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Wenn Sie sich nur fünf Dinge merken, dann diese:
- HS wird klinisch diagnostiziert: Anamnese und Untersuchung, nicht ein einzelner Blutwert oder Scan.
- Am meisten zählen drei Dinge: typische Läsionen, typische Stellen und das Wiederkehren über die Zeit.
- Zusätzlich werden ähnliche Bilder abgegrenzt, etwa Furunkel, Follikulitis, Abszesse oder ein Pilonidalsinus.
- Der Schweregrad wird oft mit den Hurley-Stadien beschrieben, die das Behandlungsgespräch rahmen.
- Weitere Untersuchungen dienen der Abklärung anderer Erkrankungen, nicht dem Nachweis von HS.
Weil die Diagnose auf einem Muster beruht, zählt Ihre Schilderung der vergangenen Monate oft ebenso viel wie der Befund am Tag des Termins.
Es gibt keinen Test, der HS beweist. Der weitere Verlauf lässt sich am Anfang nur einschätzen, nicht vorhersagen.
Notieren Sie vor dem Termin, wo Läsionen auftreten, wie oft sie wiederkehren und wie lange eine Episode dauert.
Diese Kurzfassung wird gemeinsam mit dem vollständigen Text erstellt und aktualisiert. Belege, Einschränkungen und Quellen stehen unverändert im Artikel darunter.
Weiter zur ausführlichen ErklärungDie kurze Antwort
Die Diagnose von Acne Inversa wird meist klinisch gestellt. Das bedeutet: Medizinisches Fachpersonal hört die Vorgeschichte an, untersucht die Haut und achtet auf ein typisches Muster.
Ein einzelner Bluttest beweist HS nicht. Entscheidend sind vor allem drei Fragen: Welche Läsionen treten auf, wo treten sie auf und kommen sie wieder?
1. Die Vorgeschichte
Im Gespräch geht es nicht nur um die aktuelle Stelle. Typische Fragen sind:
- Seit wann gibt es die Beschwerden?
- Welche Körperregionen sind betroffen?
- Wie oft kommen KnotenKnoten: Eine feste, tastbare Verdickung tief im Gewebe. Knoten können schmerzhaft sein und sich zu Abszessen weiterentwickeln. Sie gehören zu den typischen frühen Zeichen von Acne Inversa., AbszesseAbszess: Eine entzündete, mit Eiter oder Flüssigkeit gefüllte Höhle bzw. Schwellung. Bei Acne Inversa können Abszesse als Teil des entzündlichen Krankheitsprozesses entstehen und bedeuten nicht automatisch, dass eine bakterielle Infektion vorliegt. Eine zusätzliche bakterielle Infektion kann auftreten und muss gegebenenfalls ärztlich abgeklärt werden. Abszesse treten bei Acne Inversa vor allem in Achselhöhlen, Leisten und anderen Körperfalten auf. oder nässende Stellen wieder?
- Bleiben Narben, Verhärtungen oder wiederkehrende Öffnungen zurück?
- Welche Behandlungen oder Diagnosen gab es bisher?
Auch Schmerz, Schlaf, Bewegung, Arbeit und Scham gehören zur Geschichte, weil sie zeigen, wie stark die Beschwerden den Alltag treffen.
2. Die Untersuchung
Bei der Untersuchung wird geschaut, welche Hautveränderungen aktuell sichtbar sind. Dazu können tiefe Knoten, Abszesse, nässende Areale, Narben oder Tunnelgänge gehören.
Die Lokalisation hilft bei der Einordnung. Typische Regionen sind Achseln, Leiste, Genital- und Perinealregion, Gesäß und Hautfalten unter der Brust. Andere Ursachen bleiben trotzdem möglich.
3. Die klinische Einordnung
HS wird wahrscheinlicher, wenn typische Läsionen an typischen Stellen mit einem chronischen oder wiederkehrenden Verlauf zusammenkommen. Genau deshalb ist die Frage “Wie oft war das schon da?” so wichtig.
Je nach Befund wird außerdem geprüft, welche anderen Erklärungen passen könnten, zum Beispiel Furunkel, Follikulitis, entzündete Zysten, Akne oder ein Pilonidalsinus.
4. Zusatzuntersuchungen, wenn sie sinnvoll sind
Nicht jeder Termin braucht dieselben Untersuchungen. Je nach Situation können Abstriche, Laborwerte, Bildgebung oder weitere fachärztliche Einschätzung hilfreich sein. Solche Schritte können Komplikationen, Begleiterkrankungen oder andere Ursachen besser einordnen.
Sie ersetzen aber nicht die klinische Beurteilung des Verlaufs.
5. Was Sie vorbereiten können
Eine knappe Übersicht hilft oft mehr als eine perfekte Formulierung:
- Körperstellen und Häufigkeit notieren.
- Fotos aktiver Stellen mitbringen, falls vorhanden.
- Frühere Behandlungen, Eingriffe und Diagnosen sammeln.
- Narben, Sekretion, Geruchssorgen und Schmerzen offen ansprechen.
- Fragen aufschreiben, die Sie im Termin nicht vergessen möchten.
Wenn beim ersten Termin nicht alles geklärt ist, ist das kein Versagen. Eine gute Diagnose entsteht aus Untersuchung, Verlauf und einem Gespräch, das das wiederkehrende Muster ernst nimmt.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt nicht die individuelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Wenden Sie sich bei Beschwerden an medizinisches Fachpersonal.
In diesem Artikel erklärte Begriffe
Kurzdefinitionen der wichtigsten Fachbegriffe. Zum vollständigen Eintrag im Glossar geht es über den jeweiligen Begriff.
- Knoten
- Eine feste, tastbare Verdickung tief im Gewebe. Knoten können schmerzhaft sein und sich zu Abszessen weiterentwickeln. Sie gehören zu den typischen frühen Zeichen von Acne Inversa.
- Abszess
- Eine entzündete, mit Eiter oder Flüssigkeit gefüllte Höhle bzw. Schwellung. Bei Acne Inversa können Abszesse als Teil des entzündlichen Krankheitsprozesses entstehen und bedeuten nicht automatisch, dass eine bakterielle Infektion vorliegt. Eine zusätzliche bakterielle Infektion kann auftreten und muss gegebenenfalls ärztlich abgeklärt werden. Abszesse treten bei Acne Inversa vor allem in Achselhöhlen, Leisten und anderen Körperfalten auf.
- Furunkel ("Beule")
- Umgangssprachlicher Begriff für einen Entzündungsknoten oder Abszess bei Acne Inversa. Wichtiger Unterschied: Ein gewöhnlicher Furunkel ist eine einmalige bakterielle Haarfollikelinfektion. Die wiederkehrenden, multiplen "Beulen" bei HS sind nicht dasselbe – ihre Verwechslung mit einfachen Furunkeln ist ein Hauptgrund für die jahrelange Diagnoseverzögerung.
- Pilonidalsinus
- Chronische Entzündung mit Abszessen und Fistelgängen an der Steißbeinregion, oft durch eingewachsene Haare ausgelöst. Kommt häufig zusammen mit Acne Inversa vor.
Häufige Fragen
Gibt es einen Bluttest, der Acne Inversa beweist?
Nein. Acne Inversa wird klinisch diagnostiziert, also anhand von Vorgeschichte und Untersuchung. Laborwerte oder Bildgebung können unterstützend sein, ersetzen aber nicht die Beurteilung des Musters.
Warum fragt der Arzt oder die Ärztin nach früheren Episoden?
Weil Wiederkehr über die Zeit eines der wichtigsten Kriterien ist. Einzelne Episoden können viele Ursachen haben, ein wiederkehrendes Muster an typischen Stellen spricht eher für HS.
Welche anderen Erkrankungen werden im Termin abgegrenzt?
Je nach Befund kommen unter anderem Furunkel, Follikulitis oder ein Pilonidalsinus in Betracht. Die Abgrenzung hilft, die passende weitere Abklärung einzuleiten.
Was kann ich tun, wenn die Diagnose beim ersten Termin nicht sicher ist?
Das ist nicht ungewöhnlich. Eine Verlaufsbeobachtung mit Notizen zu Stellen, Häufigkeit und Dauer kann beim nächsten Termin helfen, das Muster klarer einzuordnen.
Quellen
- North American clinical management guidelines for hidradenitis suppurativa, Part I Journal of the American Academy of Dermatology, 2019
- S2k-Leitlinie zur Therapie der Hidradenitis suppurativa / Acne inversa AWMF, 2024
- Diagnosis of Hidradenitis suppurativa Centre de Preuves en Dermatologie, 2026