Begleiterkrankungen einordnen und ansprechen

Acne Inversa: Begleiterkrankungen und Gesundheitscheck

Ein Überblick darüber, welche Gesundheitsthemen bei Acne Inversa häufiger eine Rolle spielen — mit klarer Trennung zwischen allgemeiner Vorsorge und Beschwerden, die eine eigene Einordnung verdienen.

Acne Inversa betrifft mehr als die Haut. Hier sehen Sie, was zur normalen Vorsorge gehört und welche Beschwerden es wert sind, angesprochen zu werden.

„Was sollte ich außer der Haut noch im Blick behalten?“

Wer mit Acne Inversa lebt, findet online schnell Artikel zu Morbus Crohn, PCOS, Gelenken oder Stoffwechsel — aber meist erst dann, wenn man bereits weiß, wonach man sucht. Diese Seite dreht das um.

Sie beantwortet eine einzige Frage: Welche Teile meiner allgemeinen Gesundheit sind bei Acne Inversa einen Gedanken wert, und was davon ist ohnehin Teil der normalen Vorsorge in Deutschland?

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Regelmäßig überprüft werden sollte

Die europäische HS-Leitlinie (2026) nennt drei Bereiche, die beim ersten Termin und danach mindestens einmal jährlich angesprochen werden sollten — unabhängig davon, ob Sie bereits eine Beschwerde bemerkt haben.

Herz und Kreislauf

Erster Termin + mindestens jährlich

Die europäische HS-Leitlinie (S2k, Teil 1) empfiehlt eine Einschätzung des Herz-Kreislauf-Risikos beim ersten Termin und danach mindestens einmal jährlich.

Das kann ein Gespräch zur Vorgeschichte, eine Blutdruckmessung und ärztlich ausgewählte Laborwerte umfassen. Es bedeutet nicht, dass jede Person dieselben Untersuchungen oder eine Überweisung in die Kardiologie braucht.

Psychische Gesundheit

Erster Termin + mindestens jährlich

Acne Inversa kann erheblich auf die Psyche wirken. Die Leitlinie empfiehlt, psychische Erkrankungen beim ersten Termin und danach mindestens einmal jährlich anzusprechen.

Gemeint ist ein strukturiertes Gespräch — kein automatischer Rückschluss darauf, dass Acne Inversa eine psychische Erkrankung verursacht, und kein Fragebogen, der auf dieser Seite ausgewertet würde.

Diabetes und Stoffwechsel

Erster Termin + mindestens jährlich

Die Leitlinie empfiehlt eine Einschätzung zu Diabetes und endokrinen Erkrankungen beim ersten Termin und mindestens einmal jährlich.

Welche Vorgeschichte, körperliche Untersuchung oder Laboruntersuchung dafür angemessen ist, hängt von der einzelnen Person ab und wird ärztlich entschieden — nicht davon, dass Sie Acne Inversa haben.

Was ohnehin aktuell sein sollte

Diese Themen gehören für Erwachsene zur allgemeinen Vorsorge — unabhängig von Acne Inversa. Sie stehen hier, weil sie in Empfehlungen zu Acne Inversa regelmäßig auftauchen, und nicht, weil bei Ihnen etwas Bestimmtes vermutet würde.

Blutdruck

Bluthochdruck und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen kommen in Gruppen von Menschen mit Acne Inversa häufiger vor als in Vergleichsgruppen. Das ist ein statistischer Zusammenhang auf Gruppenebene — er sagt nichts über Ihren persönlichen Blutdruck aus.

Die Blutdruckmessung gehört ohnehin zum allgemeinen Gesundheits-Check-up für Erwachsene und lässt sich in fast jeder Hausarztpraxis nebenbei erledigen.

Blutzucker

Diabetes gehört zu den Erkrankungen, die in Empfehlungen zur Begleiterkrankungs-Abklärung bei Acne Inversa regelmäßig genannt werden.

Ob eine Laboruntersuchung sinnvoll ist, hängt von Alter und individuellem Risikoprofil ab und wird ärztlich entschieden — nicht davon, dass Sie Acne Inversa haben.

Blutfette

Cholesterin und andere Blutfette sind Teil der allgemeinen Herz-Kreislauf-Einschätzung, die in den Empfehlungen zu Acne Inversa mitgedacht wird.

Im deutschen Gesundheits-Check-up sind Blutfette ab 35 Jahren regulär enthalten; bei jüngeren Erwachsenen können sie bei entsprechendem Risikoprofil untersucht werden.

Ihr regulärer Gesundheits-Check-up

Ein großer Teil des Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Themas ist in Deutschland bereits Teil der allgemeinen Vorsorge.

  • Gesetzlich Krankenversicherte können den allgemeinen Gesundheits-Check-up zwischen 18 und 34 Jahren einmalig in Anspruch nehmen und ab 35 Jahren alle drei Jahre.
  • Der Check-up umfasst unter anderem ein Gespräch zur Vorgeschichte und zum Risikoprofil, eine körperliche Untersuchung, die Blutdruckmessung und eine Überprüfung des Impfstatus.
  • Ab 35 Jahren gehören Blutfette und Blutzucker regulär dazu. Bei jüngeren Erwachsenen können solche Laboruntersuchungen erfolgen, wenn das Risikoprofil dafür spricht.
  • Der Gesundheits-Check-up ist eine allgemeine Vorsorgeuntersuchung, kein spezielles Screening-Programm für Acne Inversa. Acne Inversa ist auch kein eigener Anspruchsgrund für einen zusätzlichen gesetzlichen Check-up.
  • Die HS-Leitlinie und der Gesundheits-Check-up sind zwei verschiedene Systeme. Die Leitlinie beschreibt, was in der ärztlichen Versorgung von Menschen mit Acne Inversa unabhängig vom Alter regelmäßig mitbedacht werden sollte — etwa Herz-Kreislauf-Risiko jährlich. Der Check-up ist eine gesetzliche Vorsorgeleistung mit eigenen Altersgrenzen. Beides ergänzt sich, aber keines ersetzt oder begründet das andere.
  • Nutzen Sie den Termin, um zu erwähnen, dass Sie Acne Inversa haben, und fragen Sie, ob Ihr individuelles Risikoprofil etwas daran ändert, was besprochen oder untersucht werden sollte.

Was bei Acne Inversa über die Haut hinaus eine Rolle spielen kann

Acne Inversa betrifft mehr als die Haut

Acne Inversa wird zunehmend als entzündliche Systemerkrankung verstanden. In Untersuchungen an großen Patientengruppen treten bestimmte Stoffwechsel-, Darm-, Gelenk- und psychische Erkrankungen häufiger auf als in Vergleichsgruppen ohne Acne Inversa.

Diese Zusammenhänge sind auf Gruppenebene beschrieben. Sie besagen nicht, dass eine einzelne Person mit Acne Inversa eine dieser Erkrankungen hat oder bekommen wird, und sie belegen auch keine Ursache-Wirkungs-Kette in eine bestimmte Richtung.

Die Häufigkeit unterscheidet sich außerdem deutlich zwischen Regionen und Studienpopulationen. Deshalb finden Sie auf dieser Seite bewusst keine Prozentzahlen: Eine Zahl aus einer nordamerikanischen Klinikkohorte sagt wenig über Ihre Situation in Deutschland aus.

Was die Leitlinie 2026 jetzt regelmäßig vorsieht

Die europäische HS-Leitlinie (S2k, Teil 1) wurde 2026 aktualisiert und nennt erstmals konkrete Zeitpunkte für einen Teil der Begleiterkrankungs-Abklärung, statt Begleiterkrankungen nur aufzulisten.

Für Herz-Kreislauf-Risiko, psychische Gesundheit sowie Diabetes und endokrine Erkrankungen empfiehlt sie eine Einschätzung beim ersten Termin und danach mindestens einmal jährlich.

Für Gelenke, Wirbelsäule und Psoriasis empfiehlt sie eine Einschätzung beim ersten Termin und bei Folgeterminen, ohne festen Jahresrhythmus. Bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen bleibt die Abklärung anlassbezogen — insbesondere bei anhaltenden Verdauungsbeschwerden oder Fistelgängen im Analbereich.

Das bedeutet nicht, dass jede Untersuchung für jede Person notwendig ist. Es bedeutet, dass diese Themen regelmäßig zur Sprache kommen sollten, statt nur bei offensichtlichen Beschwerden.

Drei verschiedene Fragen — bitte nicht vermischen

Die erste Frage lautet: Wird das, was im Rahmen der Vorsorge bei Acne Inversa regelmäßig mitbedacht werden sollte — Herz-Kreislauf, psychische Gesundheit, Stoffwechsel — überhaupt in meiner Versorgung angesprochen?

Die zweite Frage lautet: Gibt es Themen, die bei Folgeterminen im Blick bleiben sollten, auch ohne akute Beschwerden — etwa Gelenke, Wirbelsäule oder andere Hautveränderungen?

Die dritte Frage lautet: Habe ich Beschwerden, die eine eigene Einordnung verdienen, statt sie automatisch der Acne Inversa zuzuschreiben — etwa anhaltende Verdauungsbeschwerden? Dabei geht es nicht darum, auf Verdacht zu untersuchen, sondern darum, ein Symptom nicht stillschweigend zu übergehen.

Auch die aktualisierte Leitlinie verweist auf keine Studien, die zeigen, dass eine solche Abklärung den Hautverlauf der Acne Inversa selbst verbessert. Sie beschreibt eine klinische Einschätzung der Gesamtgesundheit, keinen belegten Nutzen für die Haut — und ob ein Screening auf jede assoziierte Erkrankung für alle Betroffenen sinnvoll ist, bleibt fachlich nicht abschließend geklärt.

Herz, Kreislauf und Stoffwechsel

Herz-Kreislauf-Risiko sowie Stoffwechsel- und Diabetes-bezogene Themen gehören zu den am besten untersuchten Begleitthemen bei Acne Inversa. Die europäische HS-Leitlinie empfiehlt hierzu eine Einschätzung beim ersten Termin und danach mindestens einmal jährlich.

Praktisch bedeutet das meist nichts Exotisches: Blutdruck messen lassen, wissen, wann der letzte Check-up war, und beim nächsten Termin erwähnen, dass Sie Acne Inversa haben.

Darm und Verdauung

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, besonders Morbus Crohn, sind eine der am besten belegten Verbindungen bei Acne Inversa. Im Analbereich können sich die beiden Erkrankungen zudem ähnlich zeigen, was die Einordnung erschwert.

Die Leitlinie nennt hierfür ausdrücklich anhaltende Verdauungsbeschwerden und Fistelgänge im Analbereich als Anlass für eine Abklärung — nicht als Grund für ein routinemäßiges Screening bei jeder Person mit Acne Inversa. Anhaltender Durchfall, wiederkehrende Bauchschmerzen, Blut im Stuhl oder ungewollter Gewichtsverlust haben viele mögliche Ursachen. Wichtig ist nur, dass sie angesprochen und nicht stillschweigend der Acne Inversa zugerechnet werden.

Gelenke, Wirbelsäule und Haut bei Folgeterminen

Entzündliche Gelenkerkrankungen einschließlich Spondyloarthritiden kommen bei Acne Inversa häufiger vor, ebenso Psoriasis. Die Leitlinie empfiehlt, beides beim ersten Termin und bei Folgeterminen im Blick zu behalten. Typisch für entzündliche Rückenschmerzen ist unter anderem, dass sie sich bei Bewegung eher bessern als bei Ruhe und dass die Morgensteifigkeit länger anhält.

Diese Merkmale sind kein Test und keine Diagnose. Sie helfen nur dabei, anhaltende Beschwerden nicht von vornherein als gewöhnliche Verspannung oder als Teil der Acne Inversa abzuhaken.

Zyklus und Hormone

PCOS wird häufiger zusammen mit Acne Inversa beschrieben. Anders als Herz-Kreislauf-Risiko oder Psyche gehört es nicht zur formalen Tabelle wiederkehrender Kontrollen der 2026er-Leitlinie — beide Erkrankungen können sich aber mit Hautveränderungen zeigen und werden oft spät erkannt, was die Verbindung praktisch relevant macht.

Acne Inversa allein ist aber kein Grund für eine Hormondiagnostik. Wenn Zyklusveränderungen oder vermehrte Behaarung Sie beschäftigen, ist das der Anlass, es anzusprechen — und die Fachperson entscheidet, was sinnvoll ist.

Blut und Energie

Anämie kommt bei Menschen mit Acne Inversa in gepoolter Forschung häufiger vor als in Vergleichsgruppen, und anhaltende Müdigkeit gehört für viele zum Alltag mit HS. Beides wird leicht vermischt, aber Müdigkeit beweist keine Anämie, und Anämie ist nicht automatisch Eisenmangel.

Wenn sich Müdigkeit im Vergleich zu Ihrer üblichen HS-Belastung unverhältnismäßig anfühlt, oder mit Atemnot, Herzklopfen oder Schwindel einhergeht, ist das es wert, eigenständig angesprochen zu werden — statt es der Acne Inversa zuzuordnen.

Schmerzen, Juckreiz und nässende Wunden können außerdem den Schlaf stören, was die Erschöpfung zusätzlich erklären kann, ohne mit Anämie identisch zu sein. Beides verdient eine eigene Einordnung statt einer gemeinsamen Erklärung.

Zahnfleisch und Zahngesundheit

Ein größerer Beobachtungsstudien-Vergleich fand bei Menschen mit Acne Inversa ein häufigeres Auftreten von Parodontitis als in einer vergleichbaren Gruppe ohne Acne Inversa. Eine kleinere Untersuchung ohne Vergleichsgruppe beschrieb außerdem eine spürbare Mundgesundheitslast in einer HS-Ambulanz.

Das bedeutet nicht, dass Acne Inversa Parodontitis verursacht, dass Parodontitis Acne Inversa verursacht, oder dass eine Zahnfleischbehandlung die Hauterkrankung verbessert. Keines davon ist bisher belegt — beide Erkrankungen sind entzündlich, und Forschende untersuchen derzeit gemeinsame Mechanismen und Risikofaktoren, ohne dass daraus schon eine Ursache-Wirkungs-Kette folgt.

Für Acne Inversa gibt es kein eigenes zahnärztliches Kontrollintervall. Anhaltendes Zahnfleischbluten, dauerhaft geschwollenes oder zurückweichendes Zahnfleisch, lockere Zähne oder Mundgeruch, der sich nicht bessert, sind es wert, zahnärztlich angesehen zu werden — wie bei jeder Person, unabhängig von Acne Inversa.

Psychische Gesundheit

Die psychische Belastung durch Acne Inversa ist gut dokumentiert und in Empfehlungen zur Begleiterkrankungs-Abklärung ausdrücklich enthalten. Schmerz, Nässen, Geruch und die Lage der betroffenen Stellen wirken sich auf Alltag, Arbeit und Beziehungen aus.

Diese Seite erhebt bewusst keinen Fragebogen und keinen Punktwert. Sie hält nur fest, dass dieses Thema in dieselbe Sprechstunde gehört wie alles andere.

Andere Hauterkrankungen

Erwähnen Sie in der Dermatologie, wenn bei Ihnen zusätzlich immer wiederkehrende Steißbeinfisteln, eine ausgeprägte akneartige Erkrankung an anderen Körperstellen oder ungewöhnliche entzündliche Geschwüre auftreten. Diese Zusammenhänge sind bekannt und für die Einordnung Ihrer Erkrankung relevant.

Eine vollständige Liste seltener Syndrome finden Sie hier bewusst nicht. Sie würde bei den allermeisten Leserinnen und Lesern mehr Sorge auslösen, als sie an Nutzen bringt — und sie gehört ohnehin in die dermatologische Beurteilung.

Ihr regulärer Gesundheits-Check-up in Deutschland

Ein großer Teil der Themen auf dieser Seite ist keine Sonderleistung, sondern Teil der allgemeinen Vorsorge, die gesetzlich Versicherten in Deutschland ohnehin offensteht.

Der Check-up ersetzt keine dermatologische Behandlung der Acne Inversa und ist kein HS-Screening. Er ist der Ort, an dem Blutdruck, Stoffwechsel und Risikoprofil regelmäßig besprochen werden.

Die Empfehlungen der HS-Leitlinie zur regelmäßigen Abklärung sind ein anderes System als dieser Check-up: Die Leitlinie gilt unabhängig vom Alter, der Check-up hat eigene Altersgrenzen. Beide ergänzen sich, aber keines ersetzt oder begründet das andere.

Was diese Seite nicht leisten kann

Sie kann nicht feststellen, ob Sie eine Begleiterkrankung haben, und sie berechnet kein persönliches Risiko. Sie ersetzt keine ärztliche Untersuchung und empfiehlt keine bestimmte Laboruntersuchung.

Was sie leisten kann: Ihnen zeigen, welche Themen es überhaupt gibt, und Ihnen helfen, zwei oder drei davon im nächsten Termin anzusprechen.

Beschwerden, die einen eigenen Gedanken verdienen

Die folgenden Beschwerden haben jeweils viele mögliche Ursachen. Keine davon bedeutet, dass eine bestimmte Erkrankung vorliegt — sie sind nur den Satz wert: „Das habe ich auch noch bemerkt.“

Bei Folgeterminen im Blick behalten

Gelenke und Rücken bei Folgeterminen

Erster Termin + Folgetermine

Entzündliche Gelenkerkrankungen, darunter Spondyloarthritiden, kommen bei Acne Inversa häufiger vor. Die Leitlinie empfiehlt, sie beim ersten Termin und bei Folgeterminen im Blick zu behalten — ohne festen Jahresrhythmus. Anhaltende Gelenk- oder Rückenbeschwerden werden dabei leicht als „normale“ Verspannung abgetan.

  • Anhaltende Schwellung eines Gelenks
  • Immer wiederkehrende Gelenkschmerzen ohne erkennbaren Auslöser
  • Morgensteifigkeit, die längere Zeit anhält
  • Rückenschmerzen, die sich bei Bewegung eher bessern als bei Ruhe
  • Immer wiederkehrende Schmerzen an Ferse oder Sehnenansätzen

Entzündliche Gelenkerkrankungen einschließlich Spondyloarthritis treten bei Menschen mit Acne Inversa häufiger auf, und die Leitlinie nennt sie ausdrücklich für Erst- und Folgetermine. Anhaltende Beschwerden verdienen deshalb eine eigene Einordnung, statt als gewöhnlicher Verschleiß behandelt zu werden. Das ist kein Hinweis darauf, dass bei Ihnen eine solche Erkrankung vorliegt.

Andere Hautveränderungen

Erster Termin + Folgetermine

Die Leitlinie empfiehlt, Schuppenflechte (Psoriasis) beim ersten Termin und bei Folgeterminen mitzubedenken — neben Acne Inversa selbst. Das ist kein Hinweis darauf, dass bei Ihnen Psoriasis vorliegt, und hier wird kein Bild zum Vergleich gezeigt.

  • Anhaltende schuppende oder entzündete Hautstellen außerhalb meiner üblichen Acne-Inversa-Areale

Psoriasis wird in Empfehlungen zur Begleiterkrankungs-Abklärung bei Acne Inversa eigenständig für Erst- und Folgetermine genannt. Eine solche Hautveränderung bedeutet nicht, dass Sie Psoriasis haben — sie ist es wert, in der Dermatologie eigenständig angeschaut zu werden, statt sie der Acne Inversa zuzuordnen.

Abhängig von Beschwerden oder Befunden

Verdauung und Darm

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, insbesondere Morbus Crohn, treten bei Menschen mit Acne Inversa häufiger auf als in Vergleichsgruppen. Die Leitlinie behandelt dieses Thema anders als Herz-Kreislauf oder Psyche: Sie empfiehlt keine routinemäßige Abklärung für alle, sondern nennt anhaltende Verdauungsbeschwerden und insbesondere Fistelgänge im Analbereich als Anlass, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen mitzubedenken.

  • Anhaltender oder immer wiederkehrender Durchfall
  • Immer wiederkehrende Bauchschmerzen
  • Blut im Stuhl
  • Ungewollter Gewichtsverlust, den ich mir nicht erklären kann
  • Anhaltende Fistelgänge im Analbereich
  • In meiner nahen Familie ist eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung bekannt

Acne Inversa ist mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen verbunden, vor allem mit Morbus Crohn — die Leitlinie nennt hierfür ausdrücklich anhaltende Verdauungsbeschwerden und Fistelgänge im Analbereich als Anlass zur Abklärung. Solche Beschwerden haben viele mögliche Ursachen und bedeuten nicht, dass Sie Morbus Crohn haben — sie sind es aber wert, angesprochen zu werden, statt alles der Acne Inversa zuzuordnen. Ob eine weitere Abklärung sinnvoll ist, entscheidet die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt.

Andere Themen, je nach Beschwerden

Zyklus und Hormone

Das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) wird häufiger zusammen mit Acne Inversa beschrieben, gehört aber nicht zur formalen Tabelle wiederkehrender Kontrollen der 2026er-Leitlinie. Acne Inversa ist auch kein Hinweis auf PCOS, und dieser Abschnitt stellt keine Frage zu Kinderwunsch oder Fruchtbarkeit.

  • Unregelmäßiger Zyklus
  • Vermehrte Körper- oder Gesichtsbehaarung, die mich beschäftigt
  • PCOS ist bei mir bereits bekannt
  • Andere Beschwerden, die gerade auf PCOS hin abgeklärt werden

PCOS wird häufiger zusammen mit Acne Inversa beschrieben — Acne Inversa allein stellt aber keine PCOS-Diagnose und macht auch keine bestimmte Untersuchung erforderlich. Wenn Zyklus- oder androgenbedingte Beschwerden Sie beschäftigen, sprechen Sie sie an; welche Abklärung sinnvoll ist, entscheidet die zuständige Fachperson.

Wofür diese Seiten nicht gedacht sind

  • Sie stellen keine Diagnose und sagen nicht, ob bei Ihnen eine Begleiterkrankung vorliegt.
  • Sie berechnen kein persönliches Risiko, keinen Punktwert und keine Wahrscheinlichkeit.
  • Sie empfehlen keine bestimmte Laboruntersuchung und keine Überweisung allein deshalb, weil Sie Acne Inversa haben.
  • Sie ersetzen keine ärztliche Untersuchung und keine Behandlung.

Bereit für den nächsten Termin?

Der Gesprächsbogen hält in wenigen Minuten fest, was Sie ansprechen möchten — und formuliert die passenden Fragen dazu.

Zum Gesprächsbogen

Häufige Fragen

Bekomme ich diese Erkrankungen, weil ich Acne Inversa habe?

Nein. Die beschriebenen Zusammenhänge gelten für Gruppen, nicht für einzelne Personen. Die meisten Menschen mit Acne Inversa haben nicht alle — und viele haben keine — der hier genannten Erkrankungen.

Ist das ein Test oder ein Screening?

Nein. Es gibt keine Auswertung, keinen Punktwert und kein Ergebnis „positiv“ oder „negativ“. Ihre Auswahl erzeugt ausschließlich eine Liste der Punkte, die Sie selbst ansprechen möchten.

Welche Untersuchungen sollte ich verlangen?

Diese Seite nennt bewusst keine. Welche Untersuchung sinnvoll ist, hängt von Alter, Vorgeschichte, Beschwerden und Risikoprofil ab und wird ärztlich entschieden. Der Gesprächsbogen formuliert deshalb Fragen statt Forderungen.

Mit wem bespreche ich das — Hausarztpraxis oder Dermatologie?

Beides ist möglich. Die Dermatologie behandelt in erster Linie die Haut; die allgemeine Vorsorge und viele der hier genannten Themen laufen typischerweise über die Hausarztpraxis. Der Bogen ist so geschrieben, dass er in beiden Terminen funktioniert.

Habe ich wegen Acne Inversa Anspruch auf einen zusätzlichen Check-up?

Nein, Acne Inversa ist kein eigener Anspruchsgrund. Es gelten die allgemeinen Regeln: einmalig zwischen 18 und 34 Jahren, ab 35 alle drei Jahre. Sie können beim Termin aber ausdrücklich erwähnen, dass Sie Acne Inversa haben.

Ist die jährliche Kontrolle aus der HS-Leitlinie dasselbe wie mein Gesundheits-Check-up?

Nein. Die Leitlinie beschreibt, was in der ärztlichen Versorgung von Menschen mit Acne Inversa unabhängig vom Alter regelmäßig mitbedacht werden sollte. Der deutsche Gesundheits-Check-up ist eine gesetzliche Vorsorgeleistung mit eigenen Altersgrenzen. Beides ergänzt sich, aber keines ersetzt oder begründet das andere.

Bedeutet die Leitlinie, dass ich jedes Jahr jede mögliche Untersuchung brauche?

Nein. Die Leitlinie nennt Themenbereiche und ungefähre Zeitpunkte, aber keine festgelegte Liste an Laboruntersuchungen. Welche Vorgeschichte, körperliche Untersuchung oder Laboruntersuchung im Einzelfall angemessen ist, entscheidet die behandelnde Fachperson.

Zeigt die Leitlinie, dass eine solche Abklärung die Acne Inversa selbst verbessert?

Das ist nicht belegt. Auch die aktualisierte Leitlinie verweist auf keine Studien, die zeigen, dass diese Art der Abklärung den Hautverlauf der Acne Inversa verbessert. Sie beschreibt eine klinische Einschätzung der Gesamtgesundheit, keinen Beleg für einen Effekt auf die Hauterkrankung.

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Evidenz und redaktionelle Prüfung

Zuletzt redaktionell geprüft: · Nächste Prüfung:

Angaben zur Vorsorge geprüft:

Dass bestimmte Stoffwechsel-, Darm-, Gelenk- und psychische Erkrankungen bei Acne Inversa häufiger auftreten, ist in Fachempfehlungen und systematischen Übersichtsarbeiten beschrieben. Es handelt sich um Zusammenhänge auf Gruppenebene, nicht um Aussagen über einzelne Personen.

Die berichtete Häufigkeit unterscheidet sich deutlich zwischen Regionen und Studienpopulationen. Deshalb nennen wir hier bewusst keine Prozentzahlen und leiten daraus kein persönliches Risiko ab.

Ob ein Screening auf jede assoziierte Erkrankung für alle Betroffenen sinnvoll ist, ist fachlich nicht abschließend geklärt. Diese Seiten trennen deshalb ausdrücklich die allgemeine Vorsorge von der anlassbezogenen Abklärung bei Beschwerden.

Die Angaben zum deutschen Gesundheits-Check-up geben offizielle Informationen des Bundes wieder und werden häufiger geprüft als der übrige Text.

Redaktionelle Richtlinien und Prüfprozess

Quellen

  1. Jemec GBE et al. European S2k guidelines for hidradenitis suppurativa/acne inversa Part 1: Epidemiology, diagnosis and clinical assessment — Kapitel zu Begleiterkrankungen und ihrer Abklärung Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology (JEADV), 2026 · Link geprüft: 2026-09-13
  2. Gesundheits-Check-up — Altersgrenzen, Intervalle und Inhalte der allgemeinen Vorsorgeuntersuchung gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit) · Link geprüft: 2026-09-13
  3. Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinie — die rechtliche Grundlage des Check-ups für gesetzlich Versicherte Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA) · Link geprüft: 2026-09-13
  4. Evidenzbasierte Empfehlungen zur Abklärung von Begleiterkrankungen bei Hidradenitis suppurativa PubMed, US National Library of Medicine · Link geprüft: 2026-09-13
  5. Globale Muster von Begleiterkrankungen bei Hidradenitis suppurativa, einschließlich deutlicher regionaler Unterschiede PubMed, US National Library of Medicine · Link geprüft: 2026-09-13
  6. Herz-Kreislauf-Begleiterkrankungen bei Hidradenitis suppurativa — systematische Übersichtsarbeiten PubMed, US National Library of Medicine · Link geprüft: 2026-09-13
  7. Hidradenitis suppurativa und chronisch-entzündliche Darmerkrankungen PubMed, US National Library of Medicine · Link geprüft: 2026-09-13
  8. Hidradenitis suppurativa und entzündliche Gelenkerkrankungen einschließlich Spondyloarthritis PubMed, US National Library of Medicine · Link geprüft: 2026-09-13
  9. Hidradenitis suppurativa und polyzystisches Ovarialsyndrom PubMed, US National Library of Medicine · Link geprüft: 2026-09-13
  10. Hidradenitis suppurativa, Depression und Angst — psychische Krankheitslast PubMed, US National Library of Medicine · Link geprüft: 2026-09-13
  11. Hidradenitis suppurativa — allgemeiner Überblick für Patientinnen und Patienten NHS (Vereinigtes Königreich) · Link geprüft: 2026-09-13