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Alltag

Acne inversa: Geruch und Sekretion – warum HS riechen kann und was das bedeutet

Drainierende HS-Läsionen können stark riechen. Das bedeutet weder mangelnde Hygiene noch automatisch eine Infektion. Was die Evidenz zu Geruch und Sekretion bei Acne inversa zeigt – und was tatsächlich hilft.

In 60 Sekunden

Wenn Sie sich nur fünf Dinge merken, dann diese:

  • HS-Läsionen können Flüssigkeit mit starkem Geruch absondern – ein anerkanntes Merkmal der Erkrankung, kein Zeichen mangelnder Hygiene.
  • Ein starker Geruch beweist für sich allein keine Infektion; eine Infektion braucht eine gesonderte ärztliche Beurteilung.
  • Geruch hat vermutlich mehrere Ursachen – Entzündungsmaterial, mikrobielle Besiedlung, Veränderungen in chronischen Wunden – nicht eine einzelne.
  • Gute Wundversorgung zielt auf die Kontrolle der Sekretion und den Hautschutz, nicht darauf, Geruch mit stärkeren Produkten zu überdecken.
  • Eine deutliche Veränderung von Sekretion, Schmerz oder Allgemeinbefinden ist aussagekräftiger als der Geruch allein.

Beurteilen Sie weder Ihre Hygiene noch eine Infektion danach, ob eine HS-Läsion riecht. Geruch ist ein anerkanntes Merkmal drainierender Läsionen.

Es gibt keine einheitliche Erklärung für HS-Geruch. Die aktuelle Evidenz spricht für mehrere Ursachen statt eine einzelne bakterielle Ursache.

Notieren Sie, wie stark eine Läsion sezerniert, ob sich das verändert hat und wie es Ihren Alltag beeinflusst – das ist hilfreich für den Termin.

Diese Kurzfassung wird gemeinsam mit dem vollständigen Text erstellt und aktualisiert. Belege, Einschränkungen und Quellen stehen unverändert im Artikel darunter.

Weiter zur ausführlichen Erklärung

Schmerz und sichtbare Läsionen bestimmen die meisten Gespräche über Acne inversa (Hidradenitis suppurativa, HS). Geruch und Sekretion bekommen selten einen eigenen Platz – dabei sind sie für viele Betroffene das Symptom, das die meisten Entscheidungen im Alltag prägt: was man anzieht, wie viele Verbände man mitnimmt, ob man ins Fitnessstudio geht, wie nah man jemandem sitzt.

Eine schmerzhafte Läsion lässt sich oft unter Kleidung verbergen. Geruch ist anders – Sie machen sich vielleicht Sorgen, dass andere ihn bemerken, selbst wenn das nicht der Fall ist.

Zwei Punkte vorab, ganz klar formuliert:

Geruch bei Acne inversa bedeutet nicht, dass Sie unhygienisch sind. Stark riechende Sekretion ist ein anerkanntes Merkmal von HS-Läsionen, kein Beleg dafür, wie gründlich Sie sich waschen.

Ein starker Geruch beweist für sich allein keine Infektion. Eine sekundäre bakterielle InfektionSekundäre bakterielle Infektion: Eine zusätzliche bakterielle Infektion, die in bereits geschädigter oder entzündeter Haut entsteht. Offene oder drainierende Läsionen bei Acne Inversa können sich sekundär infizieren. Das ist eine mögliche Komplikation und nicht die Ursache der Grunderkrankung. kann bei Acne inversa auftreten, aber Geruch allein kann sie nicht belegen.

Dieser Artikel erklärt, warum HS drainiert und riechen kann, was dieser Geruch zeigen kann und was nicht, und warum Wundversorgung – statt Geruchsüberdeckung – meist der sinnvollere Ansatzpunkt ist.

Nur zur Information. Dieser Artikel beschreibt Sekretion und Geruch als dokumentierte HS-Merkmale und fasst zusammen, womit sie laut aktueller Fachliteratur in Verbindung gebracht werden. Er kann keine Infektion diagnostizieren, kein Wundversorgungsschema verordnen und ersetzt keine individuelle ärztliche Beurteilung.

Das Wichtigste in Kürze

  • HS-Läsionen und FistelgängeFistelgang: Ein tunnelartiger Kanal unter der Haut, der sich zwischen Abszessen oder Knoten bildet. Fisteln sind ein Zeichen für eine fortgeschrittene Erkrankung und können chronisch Sekret absondern. Sie werden dem Hurley-Stadium II und III zugeordnet. können Flüssigkeit absondern – klar, trüb, blutig oder eitrig – und diese Sekretion kann stark riechen. Das ist ein anerkannter Teil der Erkrankung.
  • Geruch bedeutet nicht mangelnde Hygiene. Sorgfältiges Waschen verhindert nicht, dass eine drainierende Läsion riecht, weil der Geruch aus der Läsion selbst stammt, nicht von der umgebenden Haut.
  • Geruch allein kann nicht klären, ob eine Läsion infiziert ist. Eine Infektion wird anhand des gesamten klinischen Bildes beurteilt, nicht am Geruch allein.
  • Die wahrscheinlichste Erklärung für HS-Geruch ist multifaktoriell – Entzündungsmaterial, mikrobielle Besiedlung und das chronische Wundmilieu zusammen – statt ein einzelner Mechanismus.
  • Wundversorgung, die Sekretion kontrolliert und die umgebende Haut schützt, ist meist wichtiger als jedes Produkt, das gezielt Geruch überdecken soll.

Warum drainiert HS?

Acne inversa erzeugt entzündliche KnotenKnoten: Eine feste, tastbare Verdickung tief im Gewebe. Knoten können schmerzhaft sein und sich zu Abszessen weiterentwickeln. Sie gehören zu den typischen frühen Zeichen von Acne Inversa., AbszesseAbszess: Eine entzündete, mit Eiter oder Flüssigkeit gefüllte Höhle bzw. Schwellung. Bei Acne Inversa können Abszesse als Teil des entzündlichen Krankheitsprozesses entstehen und bedeuten nicht automatisch, dass eine bakterielle Infektion vorliegt. Eine zusätzliche bakterielle Infektion kann auftreten und muss gegebenenfalls ärztlich abgeklärt werden. Abszesse treten bei Acne Inversa vor allem in Achselhöhlen, Leisten und anderen Körperfalten auf. und, bei fortgeschrittener Erkrankung, Fistelgänge (Sinustrakte) unter der Haut. Öffnet sich einer davon zur Hautoberfläche, kann Flüssigkeit austreten.

Diese Sekretion kann entzündliche Flüssigkeit, Blut, Zellmaterial, eitriges Material oder Material aus einem chronisch entzündeten Fistelgang enthalten. Dermatologische Patienteninformationen beschreiben, wie sich HS-Abszesse öffnen und Blut und Eiter freisetzen, und Patientenorganisationen weisen ausdrücklich darauf hin, dass Sekretion trüb, blutig und stark riechend sein kann.

Das bedeutet: Sekretion ist bei etablierter HS kein Zeichen dafür, dass zusätzlich zur Grunderkrankung etwas Ungewöhnliches passiert. Sie kann schlicht Teil davon sein, wie sich Acne inversa verhält.

Warum kann HS-Sekretion riechen?

Es gibt keine einzelne gesicherte Erklärung, und die aktuelle Evidenz stützt keine Reduktion auf eine Ursache.

HS-Läsionen und Fistelgänge schaffen ein chronisches Wundmilieu mit Entzündungsmaterial und mikrobiellen Gemeinschaften. Die Forschung beschreibt zunehmend veränderte und komplexe mikrobielle Gemeinschaften in HS-betroffener Haut – statt eines einzelnen auslösenden Erregers. Geruch entsteht am wahrscheinlichsten durch ein Zusammenspiel aus:

  • dem drainierenden Entzündungsmaterial selbst;
  • bakterieller Besiedlung der Wundoberfläche und der Fistelgänge;
  • gewöhnlicher mikrobieller Aktivität innerhalb dieser Besiedlung;
  • Gewebeveränderungen in langbestehenden, chronisch entzündeten Fistelgängen;
  • anhaltender Feuchtigkeit und zurückgehaltener Sekretion auf der Haut.

Wichtig ist die Unterscheidung: Bakterien können in und um eine chronische HS-Wunde vorhanden sein, ohne dass daraus ein infektiöses Krankheitsgeschehen wird – und Geruch kann auftreten, ohne dass eine Sekundärinfektion vorliegt.

Bedeutet starker Geruch, dass meine HS infiziert ist?

Nicht allein deshalb.

Eine Läsion kann allein durch chronische HS-Sekretion stark riechen. Eine sekundäre bakterielle Infektion kann bei Acne inversa auftreten – insbesondere wenn die Hautbarriere geschädigt ist –, ist aber eine eigenständige, gesondert zu beurteilende Komplikation und kein Zustand, den Geruch allein bestätigen kann. Sekret allein sagt nicht, ob eine HS-Stelle infiziert ist.

Zeichen, die – besonders in Kombination – eine zeitnahe ärztliche Beurteilung rechtfertigen:

  • die Haut um eine Stelle wird zunehmend heiß, geschwollen oder schmerzhaft;
  • eine entzündete Fläche breitet sich sichtbar schnell aus;
  • Fieber oder Schüttelfrost treten zusammen mit sich verschlechternden Hautbeschwerden auf;
  • Sie fühlen sich deutlich krank, ungewöhnlich schläfrig oder kraftlos;
  • Sie bemerken rote, violette oder dunkle Streifen, die sich von der betroffenen Stelle ausbreiten (auf dunklerer Haut können entzündete Bereiche eher violett oder bräunlich als rot wirken);
  • Schmerzen werden plötzlich sehr viel stärker als sonst.

Treten mehrere dieser Zeichen zusammen auf, nutzen Sie die eigene Sicherheitsnetz-Seite der Website, statt Geruch allein zu interpretieren.

Wann sollte ich bei Acne inversa ärztliche Hilfe suchen?

Bedeutet Geruch, dass ich mich nicht genug wasche?

Nein. Das ist eine der häufigsten – und unfairsten – Annahmen, die Betroffene über sich selbst treffen.

Eine Person kann eine sorgfältige, konsequente Haut- und Wundpflege einhalten und trotzdem riechende HS-Sekretion haben, weil der Geruch aus der Läsion oder dem Fistelgang selbst stammt, nicht von der umgebenden Haut. Patientenorganisationen betonen ausdrücklich, dass stark riechende Sekretion nicht mit mangelnder Hygiene gleichzusetzen ist.

Übermäßiges Waschen schafft ein anderes, reales Problem: bereits entzündete oder verletzte Haut kann durch häufiges Schrubben oder aggressive Produkte gereizt werden. Das Ziel ist nicht „waschen, bis kein Geruch mehr da ist”, sondern die Stelle entsprechend Ihrem Wundversorgungsplan zu reinigen und die Sekretion selbst zu managen – statt Geruch als Beweis dafür zu nehmen, dass Sie stärker schrubben müssten.

Wie relevant ist das medizinisch?

Geruch und Sekretion werden leicht unterschätzt, weil sie kein Laborwert und keine Läsionszahl sind. Für Betroffene gehören sie jedoch häufig zu den belastendsten Teilen des Lebens mit Acne inversa.

In einer Studie mit 145 Personen einer HS-Spezialsprechstunde (McKenzie et al., 2020) berichteten mehr als drei Viertel über körperliche Symptome einschließlich Sekretion und Geruch, und die Geruchsstärke gehörte zu den Symptomen, die am stärksten mit einem fortgeschritteneren Krankheitsstadium zusammenhingen. Eine umfassendere Übersichtsarbeit zu patientenberichteten Endpunkten über zahlreiche Studien hinweg kam zu dem Schluss, dass Acne inversa das psychische Wohlbefinden, Beziehungen, Arbeit und Alltagsaktivitäten erheblich beeinträchtigt – drainierende Läsionen und Geruch sind darin wiederkehrende Themen.

Geruch und Sekretion gelten als bedeutsam genug, dass eigens ein patientenberichtetes Messinstrument entwickelt wurde: die Hidradenitis Suppurativa Odor and Drainage Scale (HODS), speziell zur Erfassung, wie stark diese beiden Symptome jemanden beeinträchtigen. Diese Website bildet HODS nicht als Selbsttest ab, aber ihre Existenz unterstreicht einen einfachen Punkt: Geruch und Sekretion sind legitime, messbare Krankheitslasten – keine Nebensächlichkeit, die man beiseiteschieben sollte.

Wenn Geruch oder Sekretion Ihre Arbeit, Ihren Schlaf, Beziehungen, Kleidungswahl oder die Häufigkeit der Verbandwechsel beeinflusst, ist das einen konkreten Hinweis an Ihr Behandlungsteam wert – statt in eine allgemeine Bemerkung über „die Wunden” verpackt zu werden.

Was sollte gute Wundversorgung leisten?

Wundversorgung bei Acne inversa geht über das reine Verschließen einer Wunde hinaus. Oft muss sie zusätzlich:

  • Sekretion ausreichend aufnehmen;
  • ein Durchsickern durch die Kleidung reduzieren;
  • die umgebende Haut vor Feuchtigkeit und Reibung schützen;
  • einen schmerzhaften Verbandwechsel vermeiden;
  • zum Geruchsmanagement beitragen;
  • praktisch und für den täglichen, wiederholten Gebrauch bezahlbar bleiben.

Aktuelle dermatologische Behandlungsleitlinien betonen ausdrücklich, dass die Verbandwahl von Lokalisation, Sekretionsmenge, Zustand der umgebenden Haut, Kosten und persönlicher Präferenz abhängen sollte – genau deshalb gibt es keinen einzelnen „besten” HS-Verband, der für alle passt.

HS-Wundversorgungs-Ratgeber geht ausführlich auf Auflagenkategorien und Alltagsszenarien ein. Wundheilung nach einer HS-Operation: die ersten 90 Tage behandelt speziell den postoperativen Kontext.

Bei der Sekretion ansetzen, nicht beim Duft

Wenn der Geruch die Hauptsorge ist, liegt der Impuls oft nahe, etwas Parfümiertes zur Überdeckung zu verwenden. Das ist meist der falsche Ausgangspunkt.

Die nützlichere Frage ist, ob der aktuelle Verband die tatsächliche Sekretionsmenge der Wunde bewältigt. Wenn ein Verband schnell durchnässt, durch die Kleidung sickert oder Sekretion auf der umgebenden Haut belässt, ist Geruch nur ein Symptom eines größeren Problems – möglicherweise passt die Verbandstrategie selbst nicht zur Wunde.

Sprechen Sie mit Ihrem Behandlungsteam über:

  • ob Ihr aktueller Verband zur Sekretionsmenge passt, nicht nur zur Wundgröße;
  • wie oft er realistisch gewechselt werden muss, um wirksam zu bleiben;
  • ob Lokalisation und Bewegungsmuster gegen den aktuellen Ansatz arbeiten;
  • ob Kosten oder Verfügbarkeit stillschweigend einschränken, wie konsequent Sie das nutzen können, was tatsächlich hilft.

Helfen spezielle Verbände gegen Geruch?

Manche Wundversorgungsprodukte – darunter bestimmte saugfähige und antimikrobielle Verbände – sind darauf ausgelegt, stärkere Sekretion oder mikrobielle Belastung zu managen. Patienten- und Fachquellen zur Wundversorgung beschreiben sie als bei ausgewählten Wunden gelegentlich geruchsreduzierend.

Das bedeutet nicht, dass jede Person mit Acne inversa auf ein bestimmtes Produkt umsteigen sollte. Die Verbandwahl hängt von der individuellen Wunde ab. Eine nützlichere Frage an Ihr Behandlungsteam lautet: „Mein aktueller Verband sickert oder kontrolliert den Geruch nicht gut – ist ein anderer Verbandtyp für diese Wunde besser geeignet?” statt nach dem einen Produkt zu suchen, das Geruch verspricht zu beseitigen.

Wie ist das mit Essig?

Aktuelle dermatologische Behandlungsleitlinien weisen darauf hin, dass manche Dermatologinnen und Dermatologen bei bestimmten Wunden vor dem Verbandwechsel eine verdünnte Weißweinessig-Lösung als eine von mehreren Optionen gegen Geruch einsetzen.

Das beschreibt eine ärztlich angeleitete Praxis, kein Hausrezept. Es ist kein Grund, unverdünnten Haushaltsessig auf eine offene HS-Läsion aufzutragen. Wenn Sie einen Geruchsmanagement-Ansatz an einer offenen Wunde ausprobieren möchten, fragen Sie Ihr Behandlungsteam, ob er für diese konkrete Wunde geeignet ist, wie er verdünnt werden sollte und ob er zu Ihrem aktuellen Verbands- und Behandlungsplan passt.

Sollte ich antibakterielle Waschungen verwenden?

Antiseptische oder antibakterielle Waschungen – etwa auf Chlorhexidin-Basis – werden von manchen Ärztinnen, Ärzten und Betroffenen als Teil der HS-Hautpflege eingesetzt, auch wenn dermatologische Leitlinien darauf hinweisen, dass die Evidenz für viele einzelne Waschstrategien begrenzt bleibt.

Dass Bakterien zum Geruch beitragen können, bedeutet nicht: „Je stärker das antibakterielle Produkt, desto besser.” Hautreizungen durch aggressive Reinigungsmittel können die ohnehin schon empfindliche Wunde zusätzlich belasten. Folgen Sie der Reinigungs- und Wundversorgung, die zu Ihrer Haut passt, statt Produkte allein wegen des Geruchs zu steigern.

Arbeit, Schule und Alltagssituationen

Sie müssen Acne inversa nicht offenlegen, um um praktische Flexibilität zu bitten. Je nach Situation können verlässlicher Zugang zur Toilette, Zeit für einen Verbandwechsel, Wechselkleidung in der Nähe oder eine kurze private Pause hilfreich sein.

Eine allgemeine Beschreibung – „eine chronische gesundheitliche Erkrankung, die gelegentlich Wundversorgung braucht” – reicht für die meisten praktischen Zwecke aus; Sie sind nicht verpflichtet zu erklären, welche Körperbereiche betroffen sind.

Geruch, Nähe und das Gespräch mit dem Partner oder der Partnerin

Die Vorwegnahme einer Zurückweisung kann schwerer wiegen als das tatsächliche Gespräch. Ein möglicher Satz für den Partner oder die Partnerin: „Manchmal drainieren meine HS-Wunden, und die Flüssigkeit kann riechen. Das gehört zur Erkrankung, nicht zu mangelnder Hygiene. Wenn ich einen Moment für einen Verbandwechsel brauche, reicht das meist schon.”

Das trennt die medizinische Tatsache von Scham und von der eigentlich nötigen Handlung – für viele Menschen macht das ein solches Gespräch kürzer und weniger belastend, auch wenn das individuell unterschiedlich sein kann.

Intimität und Sexualität bei Acne inversa und Partner und Partnerinnen bei Acne inversa unterstützen vertiefen dieses Thema.

Was Sie Ihrer Dermatologin oder Ihrem Dermatologen sagen sollten

„Es riecht” stimmt, ist aber für sich genommen wenig hilfreich. Konkretere Angaben geben Ihrer Praxis etwas, worauf sie reagieren kann:

Menge – eine kleine Menge, ein feucht werdender Verband, ein durchnässter Verband, Durchsickern durch die Kleidung oder mehrere Verbandwechsel am Tag.

Muster – gelegentliche Sekretion, anhaltende Sekretion, oder Sekretion, die neu ist oder sich zuletzt verstärkt hat.

Beschaffenheit – klar oder trüb, blutig, dick- oder dünnflüssig, und ob der Geruch selbst unverändert ist oder sich merklich verändert hat. Deuten Sie die Farbe nicht selbst als Infektionsbeweis – beschreiben Sie sie und lassen Sie Ihre Praxis das beurteilen.

Auswirkung – „Ich wechsle den Verband viermal während einer Arbeitsschicht” oder „Ich gehe nicht mehr ins Fitnessstudio, weil ich befürchte, dass man es riecht” sagt einer Ärztin oder einem Arzt mehr als die bloße Aussage, der Geruch sei „schlimm”.

Fragen, die sich lohnen

  1. Ist die Sekretionsmenge, die ich habe, für meine aktuelle Acne inversa zu erwarten – oder hat sie sich verändert?
  2. Passt meine Verbandstrategie zu Menge und Ort meiner Sekretion?
  3. Gibt es an einer aktuellen Veränderung etwas, das eine genauere Beurteilung dieser Stelle nahelegt?
  4. Gibt es Wundversorgungsansätze, die Durchsickern oder Geruch bei dieser konkreten Wunde besser kontrollieren könnten?
  5. Legt anhaltende Sekretion nahe, dass wir neu bewerten sollten, wie gut meine Acne inversa insgesamt kontrolliert ist?

Das sind Gesprächsanstöße, keine Checkliste mit einer vorbestimmten Antwort.

Was Geruch nicht beweist

Eine stark riechende HS-Läsion beweist für sich allein nicht:

  • mangelnde Hygiene;
  • eine bakterielle Infektion;
  • dass Acne inversa ansteckend ist – das ist sie nicht;
  • dass Antibiotika nötig sind;
  • dass Ihre Erkrankung ungewöhnlich schwer ist;
  • dass Sie stärkere Reinigungsprodukte brauchen;
  • dass andere Menschen es genauso stark wahrnehmen wie Sie selbst.

Der letzte Punkt verdient eine ehrliche Einordnung: Das ist eine psychologische Beobachtung, keine medizinische Garantie. Menschen werden verständlicherweise hypersensibel für ein Symptom, von dem sie befürchten, dass andere es bemerken – dieser Artikel wird Ihnen nicht versprechen, dass niemand es tut, aber er wird diese Angst auch nicht als medizinische Tatsache über Hygiene oder Schweregrad durchgehen lassen.

Fazit

Sekretion und Geruch sind echte HS-Symptome – körperlich unpraktisch, oft sozial schwierig und leicht zu wenig besprochen. Die Forschung behandelt sie als bedeutsam genug, um ein eigenes patientenberichtetes Messinstrument zu rechtfertigen, nicht als Randnotiz zu Schmerz oder sichtbaren Läsionen.

Zwei Punkte zählen mehr als jedes Produkt oder Hausmittel:

Geruch ist kein Beweis für mangelnde Hygiene.

Geruch allein sagt nichts darüber aus, ob eine Läsion infiziert ist.

Konzentrieren Sie sich darauf, Sekretion zu kontrollieren, die umgebende Haut zu schützen, eine zur Wunde passende Verbandstrategie zu nutzen, bedeutsame Veränderungen zu bemerken und Geruch und Sekretion als legitime Gesprächsthemen für den nächsten Termin zu behandeln – nicht als Problem, das Sie allein mit stärkerer Seife lösen müssen.

In diesem Artikel erklärte Begriffe

Kurzdefinitionen der wichtigsten Fachbegriffe. Zum vollständigen Eintrag im Glossar geht es über den jeweiligen Begriff.

Sekundäre bakterielle Infektion
Eine zusätzliche bakterielle Infektion, die in bereits geschädigter oder entzündeter Haut entsteht. Offene oder drainierende Läsionen bei Acne Inversa können sich sekundär infizieren. Das ist eine mögliche Komplikation und nicht die Ursache der Grunderkrankung.
Fistelgang
Ein tunnelartiger Kanal unter der Haut, der sich zwischen Abszessen oder Knoten bildet. Fisteln sind ein Zeichen für eine fortgeschrittene Erkrankung und können chronisch Sekret absondern. Sie werden dem Hurley-Stadium II und III zugeordnet.
Knoten
Eine feste, tastbare Verdickung tief im Gewebe. Knoten können schmerzhaft sein und sich zu Abszessen weiterentwickeln. Sie gehören zu den typischen frühen Zeichen von Acne Inversa.
Abszess
Eine entzündete, mit Eiter oder Flüssigkeit gefüllte Höhle bzw. Schwellung. Bei Acne Inversa können Abszesse als Teil des entzündlichen Krankheitsprozesses entstehen und bedeuten nicht automatisch, dass eine bakterielle Infektion vorliegt. Eine zusätzliche bakterielle Infektion kann auftreten und muss gegebenenfalls ärztlich abgeklärt werden. Abszesse treten bei Acne Inversa vor allem in Achselhöhlen, Leisten und anderen Körperfalten auf.

Häufige Fragen

Riecht Acne inversa?

Das kann vorkommen. Drainierende HS-Läsionen können Flüssigkeit mit starkem Geruch absondern. Sowohl Patientenorganisationen als auch dermatologische Informationsquellen beschreiben das als anerkanntes Merkmal der Erkrankung, nicht als etwas Ungewöhnliches oder Beschämendes.

Bedeutet Geruch bei Acne inversa mangelnde Hygiene?

Nein. Patientenleitfäden sagen ausdrücklich, dass stark riechende Sekretion nicht mit mangelnder Hygiene gleichzusetzen ist. Auch bei sorgfältiger Wundversorgung kann eine Läsion riechen, weil der Geruch aus der Läsion selbst kommt und nicht davon, wie gründlich gewaschen wird.

Bedeutet übelriechende HS-Sekretion eine Infektion?

Nicht zwangsläufig. Acne inversa ist eine entzündliche Erkrankung, deren Läsionen sezernieren und riechen können, ohne dass eine bakterielle Infektion vorliegt. Eine Sekundärinfektion kann auftreten, wird aber anhand des gesamten klinischen Bildes beurteilt – ausbreitende Rötung, zunehmende Wärme oder Schmerzen, Fieber, Krankheitsgefühl – nicht allein am Geruch.

Warum riecht HS-Sekretion?

Es gibt keinen einzelnen gesicherten Mechanismus. Geruch entsteht vermutlich durch ein Zusammenspiel aus entzündlichem Wundmaterial, mikrobieller Besiedlung und Veränderungen in chronischen Wunden oder Fistelgängen. Die aktuelle Forschung stützt keine Erklärung, die sich auf ein einzelnes Bakterium oder eine universelle Ursache reduzieren lässt.

Können Verbände bei Geruch helfen?

Bestimmte Verbände sind darauf ausgelegt, stärkere Sekretion oder mikrobielle Belastung zu managen, und können bei ausgewählten Wunden geruchsreduzierend wirken. Die passende Wahl hängt von Lokalisation, Sekretionsmenge und Zustand der umgebenden Haut ab – nicht vom Geruch allein, und nicht derselbe Verband für alle.

Kann ich Essig gegen HS-Geruch verwenden?

Manche Dermatologinnen und Dermatologen empfehlen bei bestimmten Wunden vor dem Verbandwechsel eine verdünnte Weißweinessig-Lösung als eine mögliche Option unter mehreren. Das ist nicht dasselbe wie unverdünnten Haushaltsessig auf eine offene Läsion aufzutragen. Fragen Sie Ihre behandelnde Praxis, ob ein solcher Ansatz für Ihre Wunde geeignet ist und wie er verdünnt werden sollte.

Sollte ich wegen des Geruchs antibakterielle Seife verwenden?

Nicht automatisch. Antiseptische Waschungen werden von manchen Ärztinnen und Ärzten sowie Betroffenen eingesetzt, doch die HS-spezifische Evidenz für viele einzelne Waschstrategien ist begrenzt. Stärkere Reinigung ist nicht automatisch besser – sie kann bereits entzündete Haut zusätzlich reizen. Folgen Sie der Pflege, die zu Ihrer Haut passt, statt Produkte wegen des Geruchs zu steigern.

Sollte ich Geruch und Sekretion beim Dermatologen ansprechen?

Ja, besonders wenn es Arbeit, Schlaf, Beziehungen oder die Häufigkeit der Verbandwechsel beeinflusst. Geruch und Sekretion sind anerkannte HS-Symptome, für die eigens ein Messinstrument entwickelt wurde. Sie zu reduzieren ist ein legitimes Behandlungsziel, das Sie im Termin ansprechen können.

Quellen

  1. HS Foundation. HS Symptoms. Patientenorganisation, Stand 2026
  2. American Academy of Dermatology. Hidradenitis Suppurativa: Signs and Symptoms. Patienteninformation, Stand 2026
  3. American Academy of Dermatology. Hidradenitis Suppurativa: Diagnosis and Treatment. Patienteninformation, aktualisiert Juni 2026
  4. Alavi A et al. Evaluating the Hidradenitis Suppurativa Odor and Drainage Scale (HODS). JAAD International, 2023
  5. McKenzie SA et al. Physical symptoms and psychosocial problems associated with hidradenitis suppurativa. Dermatology Online Journal, 2020
  6. Kimball AB et al. Burden of hidradenitis suppurativa: a systematic literature review of patient-reported outcomes. Dermatology and Therapy, 2024
  7. Poondru SK et al. Wound care counseling of patients with hidradenitis suppurativa. Klinische Übersichtsarbeit, 2023
  8. British Association of Dermatologists. Hidradenitis Suppurativa. Patienteninformation, Stand 2026
  9. HS Patient Guide. Skin and Wound Care. Patientenaufklärung, Stand 2026