# Akne inversa & Ultraschall: Fistelgänge unter der Haut erkennen

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Language: de
Category: Diagnosis
Published: 2026-09-11
Last updated: 2026-09-11
Last editorially reviewed: 2026-09-11
Next scheduled review: 2027-09-11
Evidence strength: Moderate Evidenz — Durch übereinstimmende Beobachtungsstudien oder kleinere Studien gestützt.
Author: Dr. rer. nat. Dennis Alexander Kwiatkowski (Biochemist, Scientific Writer and Pharma Expert)
Scientific editor: Dr. rer. nat. Dennis Alexander Kwiatkowski
Reviewer qualifications: Biochemist, Scientific Writer and Pharma Expert
Review scope: Fachliteratur, Leitlinien, Quellen und redaktionelle Verständlichkeit
Clinical reviewer: Keine unabhängige ärztliche Prüfung
Tags: Acne Inversa, Hidradenitis Suppurativa, HS, Diagnosis, ultraschall, sonografie, hochfrequenzultraschall, fistelgaenge, doppler, op-planung, diagnose

> Hochfrequenter Hautultraschall kann bei Akne inversa manchmal Fistelgänge und tiefere Veränderungen zeigen, die bei der Untersuchung nicht sichtbar sind. Was Ultraschall zeigen kann, wann er sinnvoll sein kann und wie er sich zu Diagnose, Verlaufskontrolle und OP-Planung verhält.

Medical disclaimer: Diese Website dient nur der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bitte wenden Sie sich bei Beschwerden oder Therapiefragen an qualifiziertes medizinisches Fachpersonal.

## In 60 Sekunden

- Akne inversa wird weiterhin klinisch diagnostiziert – anhand von Vorgeschichte und Untersuchung, nicht anhand eines einzelnen Bildgebungsbefunds.
- Hochfrequenter Hautultraschall kann manchmal Fistelgänge, Flüssigkeitsansammlungen und tiefere Veränderungen zeigen, die bei der Untersuchung nicht auffallen.
- In einer multizentrischen Studie stufte Ultraschall 44,7 % der klinisch milden (Hurley-I-)Fälle in ein schwereres Stadium um.
- Ein internationaler Expertenkonsens von 2026 unterstützt Ultraschall zur Stadieneinteilung, Verlaufskontrolle, bildgesteuerten Eingriffen und OP-Planung bei HS.
- Nicht jede Person mit HS braucht Ultraschall – und fehlender Zugang dazu bedeutet nicht, dass die eigene Versorgung unzureichend ist.

**Was das bedeutet:** Ultraschall ist ein zusätzliches Werkzeug, kein Ersatz für eine klinische Untersuchung. Er wird vor allem relevant, wenn eine konkrete Frage – wie weit reicht ein Fistelgang, gibt es eine verborgene Ansammlung, würde das einen Eingriff ändern – durch Ansehen und Abtasten allein nicht zu beantworten ist.

**Was noch unsicher ist:** Wie stark ultraschallgestützte Versorgung die langfristigen Ergebnisse verbessert, über eine veränderte Stadieneinteilung hinaus, ist nicht abschließend geklärt. Der Zugang zu Fachpersonal mit Erfahrung in dermatologischem Ultraschall unterscheidet sich zudem stark zwischen Ländern und sogar zwischen Praxen in derselben Stadt.

**Was Sie als Nächstes tun können:** Bevor Sie nach Bildgebung fragen, klären Sie für sich, welche konkrete Frage beantwortet werden soll – etwa wie weit ein vermuteter Fistelgang reicht oder ob das Ergebnis eine OP-Planung verändern würde.

## Article

Die Diagnose von Akne inversa beginnt in der Regel nicht mit einem Scan. HS wird klinisch diagnostiziert – anhand der Art der Läsionen, ihrer Lokalisation und ihres Wiederkehrens –, nicht anhand eines Bluttests oder eines Bildgebungsbefunds. Daran ändert sich nichts, und dieser Artikel argumentiert auch nicht dafür.

Aber Akne inversa spielt sich nicht nur an der Hautoberfläche ab. Fistelgänge, Flüssigkeitsansammlungen und entzündliche Veränderungen können deutlich über das hinausreichen, was an der Oberfläche sichtbar oder tastbar ist. Genau hier kann hochfrequenter Hautultraschall manchmal Informationen liefern, die eine klinische Untersuchung allein nicht erreicht.

> **Nur zu Bildungszwecken.** Dieser Artikel erklärt, was hochfrequenter Hautultraschall bei Akne inversa zeigen kann und was nicht, und wann Behandelnde ihn einsetzen. Er sagt Ihnen nicht, ob Sie persönlich Ultraschall brauchen, und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung.

## Das Wichtigste in Kürze

- Akne inversa bleibt primär eine klinische Diagnose. Ultraschall ist kein Test, der HS allein beweist oder ausschließt.
- Hochfrequenter Hautultraschall kann manchmal Fistelgänge, Flüssigkeitsansammlungen und tiefere strukturelle oder durchblutungsbezogene Veränderungen zeigen, die von der Oberfläche aus nicht auffallen.
- Im bislang größten Vergleich stufte Ultraschall einen erheblichen Anteil klinisch milder (Hurley-I-)Fälle in ein schwereres Stadium um und führte häufiger als die klinische Untersuchung allein zu einer vorgeschlagenen Therapieeskalation.
- Ein internationaler Expertenkonsens von 2026 unterstützt den Einsatz von Ultraschall für Diagnose und Stadieneinteilung, Verlaufskontrolle, bildgesteuerte Eingriffe und OP-Planung – erkennt aber ausdrücklich an, dass Zugang und Ausbildung reale Hürden bleiben.
- Kein Ultraschall zu brauchen oder keinen Zugang dazu zu haben, bedeutet nicht, dass Ihre HS-Versorgung unzureichend ist. Eine sorgfältige klinische Untersuchung bleibt die Grundlage.

## Von welcher Art Ultraschall ist hier die Rede?

Gemeint ist hochfrequenter dermatologischer Ultraschall: eine kleine Sonde wird mit Gel auf die Haut aufgesetzt, sendet Schallwellen in das Gewebe und rekonstruiert aus den zurückkehrenden Echos ein Bild. Physikalisch ist das dasselbe Prinzip wie bei jedem anderen Ultraschall, aber Geräte und Frequenzen für die Haut unterscheiden sich von denen, die etwa für den Bauchraum verwendet werden: Höhere Frequenzen tauschen eine geringere Eindringtiefe gegen deutlich feinere Details im oberflächlichen Gewebe – genau das, was für die HS-Beurteilung gebraucht wird.

Dermatologischer Ultraschall wird bei verschiedenen entzündlichen Hauterkrankungen, Hautveränderungen, Lymphknoten und zur präoperativen Planung eingesetzt. Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) etwa führt Akne inversa ausdrücklich unter den entzündlichen Erkrankungen auf, bei denen Hautsonografie zur Verlaufskontrolle und vor Eingriffen genutzt wird.

## Diagnostiziert Ultraschall Akne inversa?

Nicht allein. Akne inversa bleibt primär eine klinische Diagnose, die sich aus der Kombination typischer entzündlicher Läsionen, typischer Körperstellen, dem Wiederkehren über die Zeit und dem Ausschluss anderer Erklärungen ergibt. Es gibt keinen einzelnen Ultraschallbefund, der dieses klinische Gesamtbild ersetzt. Ultraschall ist eher als zusätzliche anatomische Information zu verstehen – manchmal hilfreich, für sich allein aber nie ausreichend.

## Was kann Ultraschall bei Akne inversa tatsächlich zeigen?

Je nach Gerät und Erfahrung der untersuchenden Person kann Ultraschall verschiedene Strukturen unter der Oberfläche sichtbar machen.

**Fistelgänge.** HS-Fistelgänge können weiter reichen und mehr Bereiche verbinden, als eine Öffnung an der Oberfläche vermuten lässt. Ultraschall kann helfen, Verlauf, Tiefe und Struktur eines Fistelgangs genauer zu beschreiben – der internationale Konsens von 2026 nennt darauf aufbauende diagnostische Kriterien und Stadieneinteilungssysteme ausdrücklich als Bereiche mit breiter Expertenübereinstimmung.

**Flüssigkeitsansammlungen.** Ultraschall kann Flüssigkeitsansammlungen unter der Haut erkennen, was helfen kann, Strukturen zu unterscheiden, die sich beim Abtasten ähnlich anfühlen. Ein festgestellter Befund bedeutet nicht automatisch, dass ein Eingriff nötig ist – er muss weiterhin im Zusammenhang mit dem klinischen Gesamtbild interpretiert werden.

**Pseudozysten und follikuläre Veränderungen.** Untersuchungen mit hoch- und ultrahochfrequenten Sonden haben veränderte oder vergrößerte Haarfollikel sowie kleine zystenartige Strukturen im Zusammenhang mit HS beschrieben. Das ist vor allem für Fachpersonal und Forschung relevant, nicht etwas, das Patientinnen und Patienten selbst interpretieren müssen.

**Durchblutungsaktivität um tiefere Strukturen.** Farbdoppler-Ultraschall kann eine erhöhte Durchblutung als Zeichen einer Entzündung nachweisen. Eine Studie von 2026 untersuchte 312 Fistelgänge bei 84 Patientinnen und Patienten an drei Zentren und fand bei 91 % (284 von 312) eine Doppler-Aktivität. Eitrige Sekretion korrelierte in jedem Fall mit einer positiven Doppler-Aktivität, und dermale (Typ-A-)Fistelgänge – die in dieser Studie durchweg nicht sezernierten – zeigten dennoch in der Mehrheit der Fälle eine positive Doppler-Aktivität, bei 88 % kombiniert mit Schmerz und Rötung. Die Autorinnen und Autoren schlugen vor, einen „aktiven" Fistelgang eher über eitrige Sekretion oder Schmerz in Kombination mit Rötung oder Verhärtung zu definieren als allein über die Sekretion.

## Warum kann Ultraschall mehr erkennen als eine körperliche Untersuchung?

Erfahrenes Fachpersonal erkennt durch Ansehen, Abtasten und Nachfragen zu Sekretion, Schmerz und Wiederkehren bereits sehr viel – aber Hände und Augen beurteilen im Wesentlichen, was von außen tastbar oder sichtbar ist. Akne inversa kann sich durch die Dermis bis in tieferes Gewebe ausdehnen, ohne dass das immer tastbar ist. Ein Kommentar im *Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology* von 2026 beschrieb das direkt: Hoch- und ultrahochfrequenter Ultraschall habe zunehmend „verborgene HS" sichtbar gemacht – Fistelgänge, Flüssigkeitsansammlungen, Pseudozysten und follikuläre Veränderungen, die bei der körperlichen Untersuchung allein häufig übersehen werden.

## Wie oft verändert Ultraschall das klinische Bild tatsächlich?

Die konkreteste Evidenz stammt aus einer multizentrischen Studie von 2019 mit 143 HS-Patientinnen und -Patienten, die klinische und Ultraschall-Stadieneinteilung direkt verglich. Bei der klinischen Untersuchung wurden 38 Personen als Hurley I, 70 als Hurley II und 35 als Hurley III eingestuft. Beim Ultraschall waren es 21, 80 und 42 – eine statistisch signifikante Verschiebung hin zu schwererer Erkrankung (P < 0,01). Von den klinisch als Hurley I eingestuften Personen wechselten 44,7 % in ein schwereres Stadium, sobald Ultraschallbefunde einbezogen wurden.

Die Studie untersuchte auch, was Behandelnde daraufhin anders entschieden hätten. Allein anhand der klinischen Untersuchung hätten sie die Behandlung in 44,1 %, 54,5 % beziehungsweise 1,4 % der Fälle beibehalten, gesteigert oder reduziert. Unter Einbeziehung des Ultraschalls verschoben sich diese Werte auf 31,5 %, 67,1 % und 1,4 % – also deutlich häufiger eine vorgeschlagene Therapieeskalation.

Das ist eine einzelne Studie aus dem Jahr 2019 und sollte nicht als „fast die Hälfte milder HS-Fälle ist in Wirklichkeit schwer" gelesen werden. Die engere und besser belegte Schlussfolgerung lautet: Die klinische Untersuchung kann das Ausmaß struktureller Erkrankung bei einem relevanten Teil der Betroffenen unterschätzen – eine andere und vertretbarere Aussage.

## Wann könnte Ultraschall eine Überlegung wert sein?

Es gibt keine Checkliste, die festlegt, wer Ultraschall „braucht", und dieser Artikel wird keine erfinden. Situationen, in denen es sich lohnen kann, das Thema anzusprechen:

- **Ein vermuteter Fistelgang mit unklarer Ausdehnung** – etwa eine Stelle, die immer wieder sezerniert, bei der aber unklar ist, wie weit der Gang reicht.
- **Beschwerden, die ausgedehnter wirken als sichtbar** – ein schmerzhafter Bereich unter der Haut, der deutlich größer erscheint als jede sichtbare Öffnung.
- **Wiederkehrende Erkrankung an einer Stelle**, bei der das Verständnis der zugrunde liegenden Anatomie das weitere Vorgehen verändern könnte.
- **Vor einem Eingriff oder einer Operation**, insbesondere wenn das Behandlungsteam ein klareres Bild von Fistelgängen oder Ansammlungen haben möchte, bevor es entscheidet, wie viel Gewebe der Eingriff erfassen soll.
- **Ausgewählte Verlaufskontrolle unter Behandlung**, wenn Behandelnde Veränderungen unter der Oberfläche beurteilen möchten statt sich allein auf sichtbar zählbare Läsionen zu verlassen.

Der internationale Konsens von 2026 deckt alle fünf dieser Bereiche ab – Diagnose und Stadieneinteilung, Verlaufskontrolle, bildgesteuerte Eingriffe und OP-Planung – als Themen mit breiter Expertenübereinstimmung.

## Warum könnte Ultraschall vor einer HS-Operation wichtig sein?

Eine sichtbare, einen Zentimeter breite Fistelöffnung bedeutet nicht zwangsläufig, dass die Struktur darunter dieselbe Form oder Ausdehnung hat. Genau diese Lücke zwischen dem Sichtbaren und dem tatsächlich Vorhandenen ist entscheidend, wenn ein OP-Team festlegt, wie viel Gewebe ein Eingriff erfassen muss.

Ultraschall soll dabei nicht den Eingriff diktieren. Er kann zusätzliche Informationen zu Tiefe, Verlaufsrichtung, benachbarten Ansammlungen und Verbindungen zu anderen Bereichen liefern – anatomische Details, die durch Ansehen und Abtasten allein tatsächlich schwer zu erfassen sind. OP-Planung ist einer der Bereiche, die der Konsens von 2026 ausdrücklich unterstützt, im Einklang mit früherer klinischer Literatur zur präoperativen ultrahochfrequenten Kartierung. Der [OP-Planer](/de/acne-inversa-op-planer/) bietet weitere Fragen, die sich vor einem Eingriff lohnen.

## Kann Ultraschall zeigen, ob ein Fistelgang aktiv ist?

Manchmal, und mit echten Nuancen. Farbdoppler kann eine mit Entzündung vereinbare Durchblutung nachweisen, und die oben beschriebene Studie von 2026 fand dieses Signal bei der großen Mehrheit der untersuchten Fistelgänge – auch bei solchen, die nach außen nicht sezernierten. Das ist ein wirklich nützliches Konzept: Ein Fistelgang muss nicht sichtbar nässen, um Anzeichen anhaltender Entzündungsaktivität zu zeigen.

Was es nicht ist: ein einfacher Selbsttest, den man selbst anwenden könnte. Eine einzelne Aufnahme ohne nachweisbaren Doppler-Fluss beweist nicht, dass ein Fistelgang inaktiv ist – die Durchblutung kann schwanken, technikabhängig sein und sich zwischen Geräten und untersuchenden Personen schwer standardisieren lassen. Das ist eindeutig eine klinische Einordnung, keine Zahl zur Selbstdiagnose.

## Kann Ultraschall zeigen, ob meine Behandlung wirkt?

Möglicherweise, in ausgewählten spezialisierten Settings. Forschende nutzen Ultraschall, um Läsions- und Fistelgangsgröße, Flüssigkeitsansammlungen und Durchblutung im Behandlungsverlauf zu beobachten, und Verlaufskontrolle ist einer der Bereiche, die der Konsens von 2026 ausdrücklich behandelt. Die routinemäßige Beurteilung, ob eine HS-Behandlung wirkt, stützt sich weiterhin vor allem auf klinische Untersuchung, Beschwerden, Läsionszahlen und die eigene Schilderung – manchmal ergänzt durch Fotos. Gehen Sie nicht davon aus, dass jede Behandlung mit Ultraschall begleitet werden muss; die meiste Verlaufskontrolle bei HS findet weiterhin ohne ihn statt.

## Tut ein Ultraschall weh, und wie bereite ich mich vor?

Die Untersuchung selbst – Sonde und Gel auf der Haut – ist nicht invasiv. HS-Läsionen können aber sehr druckempfindlich sein, und der Druck der Sonde über einem entzündeten Knoten, einem Abszess oder einer frisch operierten Stelle kann durchaus wehtun. Sagen Sie es, wenn eine Stelle besonders schmerzhaft ist – es gibt keinen Grund, unnötigen Druck zu ertragen, um zu „beweisen", wie stark der Schmerz ist.

Die Vorbereitung ist meist minimal. Hilfreich kann sein zu wissen, welche Stelle wiederholt Beschwerden verursacht hat, beschreiben zu können, wo Sekretionsöffnungen aufgetreten sind, und frühere Eingriffe in diesem Bereich zu erwähnen. Drücken, drainieren oder manipulieren Sie eine Läsion vorher nicht selbst, um sie „besser sichtbar" zu machen – das hilft der Beurteilung nicht und kann unnötig schmerzhaft sein.

## Nicht jeder Ultraschall ist für HS gleich aussagekräftig

Eine HS-spezifische Ultraschallbeurteilung braucht idealerweise geeignete hochfrequente Geräte, Vertrautheit mit dermatologischen Strukturen und spezifisches Wissen über HS-typische Fistelgang- und Läsionsmuster – genau deshalb widmet der Konsens von 2026 der Ausbildung und den technischen Standards ausdrücklichen Raum, nicht nur den klinischen Indikationen. Eine allgemeine radiologische Abteilung kann exzellent in ihrem Fachgebiet sein, ohne diese spezifische Art der Beurteilung routinemäßig durchzuführen. Die hilfreichere Frage lautet: „Gibt es hier jemanden, der hochfrequenten Hautultraschall speziell für HS einsetzt, und würde das unser Verständnis dieser Stelle verändern?" – nicht einfach „Kann ich einen Ultraschall bekommen?"

## Ist Ultraschall überall Standard? Bedeutet fehlender Zugang unzureichende Versorgung?

Nein, in beider Hinsicht. Die Verfügbarkeit unterscheidet sich erheblich zwischen Ländern, Kliniken und einzelnen dermatologischen Praxen, und ein starker internationaler Konsens bedeutet nicht, dass jede Praxis bereits über die Ausstattung oder Ausbildung verfügt – der Konsens selbst benennt die Umsetzung ausdrücklich als reale Herausforderung. Eine sorgfältige klinische Untersuchung bleibt die Grundlage der HS-Versorgung, und viele fundierte Behandlungsentscheidungen werden ohne Bildgebung getroffen. Die relevante Frage lautet nicht „Sollte jede Person mit HS Ultraschall bekommen?", sondern „Würde das, was unter der Haut sichtbar wird, etwas beantworten, das Untersuchung und Vorgeschichte bisher nicht geklärt haben?"

## Ultraschall im Vergleich zu MRT

Beide können Strukturen unter der Haut zeigen, sind aber nicht austauschbar. Ultraschall bietet Echtzeitbildgebung, hohe Auflösung für oberflächliches Gewebe, die Möglichkeit, eine bestimmte Stelle dynamisch zu untersuchen, und eine Doppler-Beurteilung der Durchblutung – auch bei manchen bildgesteuerten Eingriffen nützlich. MRT deckt ein deutlich größeres Blickfeld ab und kann bei ausgewählter tieferer oder anatomisch komplexer Erkrankung hilfreicher sein, etwa bei bestimmten perianalen Befunden, bei denen tiefere Beckenanatomie eine Rolle spielt. Die Wahl trifft das Behandlungsteam anhand der klinischen Fragestellung – nicht danach, welche Technologie fortschrittlicher klingt.

## Ultraschall im Vergleich zu Fotos und dem Symptom-Tracker

Diese Werkzeuge beantworten unterschiedliche Fragen, und keines ersetzt die anderen. Fotos dokumentieren, was sichtbar ist – Verteilung, Rötung, Schwellung, Sekretion, Vernarbung – über die Zeit; unser [Foto-Leitfaden für den Arzttermin](/de/acne-inversa-fotos-arzttermin/) zeigt, wie das vor einem Termin sinnvoll gelingt. Der [Symptom-Tracker](/de/symptom-tracker/) kann Schmerz, Sekretion, Schübe und Alltagseinschränkungen über die Zeit abbilden. Ultraschall kann Anatomie unter der Oberfläche zeigen, die weder ein Foto noch ein Symptomtagebuch je erreichen können. Ein Foto kann nicht durch die Haut sehen, und Ultraschall sagt nichts darüber, wie sich die Erkrankung zwischen den Terminen verhalten hat – sie ergänzen sich, statt sich zu ersetzen.

## Fünf Fragen, die sich für das Dermatologiegespräch lohnen

1. Vermuten Sie unter dieser Stelle einen Fistelgang oder eine Ansammlung, die sich durch die Untersuchung allein nicht vollständig beurteilen lässt?
2. Würde Ultraschall etwas beantworten, das die Untersuchung allein nicht klar klären kann?
3. Würde das Ergebnis tatsächlich etwas an der Behandlungs- oder Eingriffsplanung ändern?
4. Falls eine Operation infrage kommt: Würde eine vorherige Kartierung des Fistelgangs das Vorgehen verändern?
5. Ist hochfrequenter dermatologischer Ultraschall hier verfügbar, oder über ein spezialisiertes HS-Zentrum?

Das ist ein hilfreicheres Gespräch als abstrakt nach „einem Ultraschall" zu fragen.

## Wann Ultraschall vermutlich nicht das erste zu lösende Problem ist

Wenn die offene Frage noch lautet „Sind diese wiederkehrenden Läsionen überhaupt HS?", liegt die Priorität auf einer gründlichen klinischen Beurteilung und einer klaren Vorgeschichte – nicht auf Bildgebung. Und akute Warnzeichen – Fieber, sich rasch ausbreitende Rötung, ausgeprägtes Krankheitsgefühl oder rasch zunehmender Schmerz – sollten nicht auf eine spezialisierte Bildgebung warten. Siehe [wann Sie Ihr Behandlungsteam kontaktieren sollten](/de/wann-aerztliche-hilfe-acne-inversa/) für diese Abgrenzung.

## Fazit

Akne inversa kann sich unter das ausdehnen, was auf der Haut sichtbar ist, und hochfrequenter Ultraschall kann manchmal Fistelgänge, tiefere Ansammlungen, strukturelle Veränderungen und Entzündungsaktivität zeigen, die von der Oberfläche allein tatsächlich schwer zu beurteilen sind. Deshalb unterstützt ein internationaler Expertenkonsens von 2026 seinen Einsatz zur Stadieneinteilung, Verlaufskontrolle, bei bildgesteuerten Eingriffen und zur OP-Planung bei HS.

Er ersetzt weder Ihre Vorgeschichte noch eine sorgfältige körperliche Untersuchung oder klinisches Urteilsvermögen, und nicht jede Person mit HS braucht ihn. Die hilfreichere Frage lautet nicht „Sollte jede Person mit HS Ultraschall bekommen?", sondern „Würde das, was unter der Haut sichtbar wird, etwas an unserem weiteren Vorgehen ändern?"

*Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt nicht die individuelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Wenden Sie sich bei Beschwerden an medizinisches Fachpersonal.*

**Nächster Schritt:**

- Verstehen, wie Akne inversa diagnostiziert wird → [Diagnose-Leitfaden](/de/blog/acne-inversa-diagnose-wie-laeuft-sie-ab/)
- Einen Eingriff vorbereiten → [OP-Planer](/de/acne-inversa-op-planer/)
- Festhalten, wie die Haut zwischen den Terminen aussieht → [Foto-Leitfaden](/de/acne-inversa-fotos-arzttermin/)
- Die ganze Bandbreite der HS-Behandlungen ansehen → [Behandlungsoptionen](/de/hub/behandlungsoptionen/)

## FAQ

### Kann Ultraschall Fistelgänge bei Akne inversa erkennen?

Ja. Hochfrequenter dermatologischer Ultraschall kann Fistelgänge unter der Haut darstellen und ihren Verlauf, ihre Tiefe und ihre Struktur genauer beschreiben – manchmal umfangreicher, als an der Oberfläche sichtbar oder tastbar ist. Er ist ein zusätzliches Werkzeug, kein Test, der HS allein beweist.

### Brauche ich Ultraschall, um die Diagnose Akne inversa zu bekommen?

Nein. Akne inversa wird primär klinisch diagnostiziert – anhand typischer Läsionen, typischer Körperstellen und des Wiederkehrens über die Zeit. Ultraschall ist für die Diagnosestellung nicht erforderlich und ersetzt die klinische Beurteilung nicht; er kann in ausgewählten Situationen zusätzliche Informationen liefern.

### Kann Ultraschall HS zeigen, die an der Oberfläche nicht sichtbar ist?

Er kann subklinische oder tiefere strukturelle Veränderungen erkennen, die bei der Untersuchung nicht auffallen. In einer multizentrischen Studie mit 143 Patientinnen und Patienten stufte Ultraschall 44,7 % der klinisch als Hurley I (mildeste Kategorie) eingestuften Fälle in ein schwereres Stadium um.

### Kann Ultraschall zeigen, ob ein Fistelgang entzündet oder aktiv ist?

Farbdoppler-Ultraschall kann eine erhöhte Durchblutung als Zeichen einer Entzündung nachweisen. Eine Studie von 2026 fand Doppler-Aktivität in der Mehrheit der untersuchten Fistelgänge, darunter auch solche, die nach außen nicht sichtbar sezernierten. Das macht Doppler-Ultraschall aber nicht zu einem einfachen Selbsttest – die Einordnung erfordert klinische Erfahrung, und ein Fistelgang ohne nachweisbare Doppler-Aktivität in einer Aufnahme gilt deshalb nicht automatisch als „inaktiv“.

### Ist Ultraschall vor einem Deroofing oder einer HS-Operation sinnvoll?

Er kann es sein. Die Kartierung von Fistelgängen und die Planung des OP-Umfangs gehören zu den Anwendungen, die der internationale Ultraschall-Konsens von 2026 unterstützt, ebenso wie frühere Arbeiten zur präoperativen hochauflösenden Ultraschallkartierung.

### Ist Hautultraschall dasselbe wie ein gewöhnlicher Bauch- oder Schwangerschaftsultraschall?

Das physikalische Prinzip ist dasselbe, aber für die HS-Beurteilung werden meist deutlich höherfrequente Sonden verwendet, die für oberflächliches Gewebe geeignet sind. Zusätzlich ist Vertrautheit mit dermatologischer und HS-spezifischer Anatomie nötig, die eine allgemeine radiologische Untersuchung nicht automatisch mitbringt.

### Bietet jede HS-Spezialistin oder jeder HS-Spezialist Ultraschall an?

Nein. Ausstattung, Ausbildung und Verfügbarkeit unterscheiden sich stark zwischen Ländern, Kliniken und einzelnen dermatologischen Praxen. Das Feld wird gerade aktiv ausgebaut – es ist noch nicht überall selbstverständlich vorhanden.

### Ist MRT besser als Ultraschall bei Akne inversa?

Nicht grundsätzlich – beide beantworten unterschiedliche Fragen. Ultraschall bietet Echtzeitbildgebung mit hoher Auflösung für oberflächliches Gewebe und eine Doppler-Beurteilung der Durchblutung. MRT deckt ein größeres Blickfeld ab und kann bei ausgewählter tieferer oder anatomisch komplexer Erkrankung hilfreicher sein, etwa bei bestimmten perianalen Befunden. Die passende Methode richtet sich nach der klinischen Fragestellung, nicht danach, welche Technologie fortschrittlicher klingt.

## References

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7. Medizinische Sonografie — Institut für Versorgungsforschung in der Dermatologie und bei Pflegeberufen (IVDP). - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) - https://www.uke.de/kliniken-institute/institute/versorgungsforschung-in-der-dermatologie-und-bei-pflegeberufen/sprechstunden/medizinische-sonografie.html
